
Im Zusammenhang mit Automatisierung wird auf dem Markt häufig über TMS- (Transport Management System) und TOS- (Terminal Operating System) Lösungen gesprochen. Das Modality-System ist in vielen Fällen eine einzigartige Kombination aus beiden Arten von Softwarelösungen. Terminals organisieren häufig auch den Transport, und Transportunternehmen benötigen manchmal TOS-Funktionen. Dieser Artikel gibt einen Einblick, wie sich die verschiedenen Funktionen innerhalb von Modality gemäß der gängigen TOS- und TMS-Terminologie einordnen lassen.
Das Modality-System aus TMS- und TOS-Perspektive
Die Prozesse innerhalb der Inland-Containerlogistik lassen sich funktional in zwei Bereiche unterteilen:
TMS – ausgerichtet auf Transportprozesse und administrative Prozesse
TOS – ausgerichtet auf Terminalmanagement und operative Ausführung
Innerhalb von Modality bilden beide Bereiche integrierte Bestandteile einer einzigen Architektur. In den folgenden Abschnitten erläutern wir, welche Funktionen zu welchem Bereich gehören.
TMS-Funktionen innerhalb von Modality
Die TMS-Funktionen innerhalb von Modality unterstützen den Transportprozess vom Auftrag bis zur Rechnungsstellung. Das System digitalisiert die Auftragsabwicklung, Planung und administrative Bearbeitung, reduziert manuelle Eingaben, bietet Echtzeit-Einblick in den Fortschritt der Transporte und ermöglicht eine proaktive Steuerung.
Auftragserfassung und Datenverarbeitung
Kundenaufträge können automatisch über EDI-Verbindungen und API-Schnittstellen, mittels OCR-Erkennung von PDF-Dokumenten oder über das Kundenportal erfasst werden. Die erfassten Auftragsdaten bilden die Grundlage für die weitere Planung und Verwaltung.
Auftragsdaten können durch externe Informationen wie aktuelle Seeschiffdaten oder Statusinformationen ergänzt werden. Dadurch verfügt die Planung über aktuelle und zuverlässige Daten. Der Modality Customer Service Monitor bietet einen klaren Überblick, um Aufträge mit hoher Priorität besser verwalten zu können und um zu erkennen, welche Daten noch fehlen

Customer Service Monitor Modality
Transportplanung
Das Modality-System unterstützt die Planung aller Transportmodalitäten: Containertransporte per Schiff, Bahn und LKW. Das System ermöglicht unter anderem:
- Optimierung der Planung mithilfe von Algorithmen
- Echtzeit-Einblick in den Transportfortschritt über unsere mobilen Apps (Barge-App, Truck-App)
- Direkter Zugriff auf unterzeichnete Dokumente, darunter das e-CMR
Es ist auch möglich, direkt aus Modality heraus EDI-Voranmeldungen an Seehafenterminals zu senden, um die Abholung bzw. Anlieferung von Containern anzukündigen.
Tarife und Rechnungsstellung
Das Modality-System optimiert sowohl die Verkaufsrechnungsstellung als auch die Kontrolle der Einkaufsrechnungen. So werden für jeden Transport automatisch Erlöspositionen auf der Grundlage der Verkaufspreise erstellt. Diese Erlöspositionen können wiederum einfach in Rechnungen umgewandelt werden. Rechnungen können außerdem automatisch auf der Grundlage der Kundenpräferenzen (pro Buchung, pro Fahrt, pro Monat usw.) automatisch erstellt werden. Bei der Erstellung und dem Versand von Rechnungen werden die Standards im Bereich der elektronischen Rechnungsstellung (ZUGFeRD, Peppol, UBL, Invoic) berücksichtigt.
Wenn die Tarife der verschiedenen Transportunternehmen in das System eingegeben werden, verknüpft das Modality-System diese Einkaufstarife mit den verschiedenen Transportzeilen. Auf diese Weise kann die Einkaufskontrolle für den ausgelagerten Transport weitgehend automatisch durchgeführt werden.
TOS-Funktionen innerhalb von Modality
Die TOS-Funktionen innerhalb von Modality unterstützen die Steuerung, Registrierung und Optimierung von Terminalprozessen. Das System unterstützt die Digitalisierung des täglichen Terminalbetriebs, die Minimierung unnötiger Umschlagvorgänge und die Verringerung der Abhängigkeit von individuellen Arbeitsweisen.
Yard- und Stapelverwaltung
Das Modality-System bietet eine grafische Übersicht über das Terminal, in der Containerpositionen, Stellplatzstruktur und verfügbare Kapazitäten in Echtzeit angezeigt werden. Containerbewegungen werden sofort registriert, sodass stets eine aktuelle Übersicht über den Terminalbestand verfügbar ist.
Dies unterstützt unter anderem:
- Die Planung effizienter Be- und Entladereihenfolgen
- Die Reduzierung unnötiger Umschlagvorgänge
- Die optimale Nutzung der verfügbaren Terminalkapazität
- Eine klare Übersicht über den aktuellen Containerstatus
Darüber hinaus kann innerhalb des Systems mit voreingestellten Stapel-Regeln gearbeitet werden. Auf der Grundlage dieser Regeln erhalten Container automatisch eine empfohlene Terminalposition, wobei beispielsweise der Bestimmungsort, die Ladefolge oder der Containertyp berücksichtigt werden.
Durch die Festlegung dieser Regeln im System wird eine einheitliche Arbeitsweise gewährleistet. Die Einrichtung der Stellplätze ist dadurch weniger von individuellen menschlichen Entscheidungen abhängig und besser auf die geplanten Transportbewegungen abgestimmt.

Das Modality-System unterstützt Yard- und Stapelverwaltung
Gate-Control und Zugang
Eingehende und ausgehende landseitige Bewegungen werden über das Gate-Control-Modul digital erfasst. In Kombination mit OCR-Software werden LKW und Container automatisch erkannt und im Modality-System verarbeitet.
Dies umfasst unter anderem:
- Automatische Registrierung von „Gate-in”- und „Gate-out”-Status
- Erkennung von Kennzeichen sowie Chassis- und Containernummern über OCR
- Kontrolle der erwarteten LKW-/Container-Kombinationen
- Automatisches Öffnen der Schranke oder des Speedgates bei korrekter Registrierung
Neben OCR-Lösungen kann das Gate-Control-Modul auch mit Selbstbedienungsschaltern kombiniert werden. Die Fahrer melden sich selbstständig an und geben an, ob sie einen Container anliefern oder abholen möchten. Das System überprüft die Buchung und ergänzt die Daten automatisch auf der Grundlage der verfügbaren Auftragsinformationen.
Operative Unterstützung über Terminal-Anwendungen
Die Durchführung von Be- und Entladeaktivitäten wird durch spezifische Anwendungen für Kranführer, Reachstackerfahrer und Terminal-LKW-Fahrer unterstützt. Diese Anwendungen sind direkt mit der Planung und den Stellplatzinformationen innerhalb des Systems verknüpft.
Dies umfasst unter anderem:
- Anzeige von Be- und Entladelisten von Schiffen und Zügen
- Einblick in geplante Containerbewegungen
- Eine Suchfunktion auf Containerebene
- Echtzeit-Erfassung von Be- und Entladeaktivitäten
- Eigenständige Auswahl von Fahrten durch Terminal-LKW-Fahrer
Durch Einblick in Ladereihenfolgen und Stellplatzpositionen kann die günstigste Position ausgewählt und die Anzahl der erforderlichen Umschlagvorgänge begrenzt werden.

Anwendungen unterstützen die Be- und Entladeaktivitäten unter anderem von Reachstackerfahrern.
Kai-Planung
Für Terminals, die mehrere Schiffe oder Züge gleichzeitig empfangen, unterstützt das System die Planung von Liegeplätzen und die Bearbeitung am Kai.
Dies umfasst unter anderem:
- Einblick in die Belegung der Liegeplätze
- Planung der Ankunfts- und Abfahrtszeiten
- Abstimmung zwischen Kai-Planung und Stellplatzstruktur
- Verknüpfung mit Be- und Entladelisten
Dadurch wird die verfügbare Kai-Kapazität optimal genutzt und die Planung der physischen Abfertigung ist mit der Transportplanung abgestimmt.
Zoll und zusätzliche Registrierungen
Für Terminals mit zusätzlichen Aktivitäten unterstützt das Modality-System unter anderem:
- Zolllager- und Zollverwaltung
- Registrierung von Containerreparaturen
- Aufzeichnung von Gasmessungen
- Registrierung von Inspektionen und sonstigen Kontrollen
Diese Registrierungen sind Teil derselben Systemumgebung, wodurch operative und administrative Daten zentral verwaltet werden und für Berichts- und Kontrollzwecke sofort verfügbar sind.
TOS und TMS in einer einzigen Systemumgebung
In Modality sind TOS- und TMS-Funktionen keine separaten Systeme, sondern integrierte Bestandteile einer einzigen Umgebung.
In der Praxis gehen diese Bereiche ineinander über. Viele Inland-Terminals kombinieren Terminalmanagement mit eigenem Transport und nutzen sowohl TOS- als auch TMS-Funktionen innerhalb einer Umgebung. Umgekehrt können Transportunternehmen ihre TMS-Infrastruktur um TOS-bezogene Komponenten wie Bestands- oder Terminalverwaltung erweitern, wenn der Betrieb dies erfordert.
Da Informationen nur einmal erfasst und direkt in Planung, Ausführung und Rechnungsstellung übernommen werden, entstehen konsistente Betriebsabläufe.
Haben Sie Fragen zur Einrichtung Ihres aktuellen Systems oder zu bestimmten Funktionen? Dann wenden Sie sich an Ihren festen Ansprechpartner bei Modality.




